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The Rover
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Das Bedeutungslos
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Man kann es nicht schönreden: es ist schon manchmal ein Kreuz mit den Leidwesen.

Das Rover hat eine Getränkekarte (und sogar tatsächlich nur EINE), die in ihrer Auswahl weit hinter quasi allen anderen Kneipen der Stadt zurücksteht - es gibt keinen Wein, keinen Sekt, kein Kölsch, kein Alt, keine Cola Light, ferner liegt infolge dessen nahe, dass man nach einem Cocktail-Sortiment oder Modegetränken wie KiBa, Desperados, Bit Sun oder gar 'Orgasmus' gar nicht erst zu fragen braucht.
Das ist richtig, und wir bitten darum.

Es ist sogar noch schlimmer. Nicht nur, dass wir all jene Getränke nicht haben - selbst im kleinen Rahmen unserer Getränkekarte ist noch lange nicht  zuverlässig alles vorrätig, was auf selbiger aufgelistet ist. Mal haben wir keinen Cider, mal geht das Weizen aus, mal beschränkt sich unsere Whiskeykarte auf die Sorte eins, zwei oder drei.
Wer jetzt ruft - genau! 'So' gehe es 'aber nicht' in einem Irish Pub! - hat auf eine Art sicherlich recht. Auf eine andere Art erliegt er allerdings einem Bruch in der Logik, behaupte ich in meiner Eigenschaft als Insider. Es geht nämlich immerhin sehr wohl und offensichtlich doch 'so', nur eben nicht für jedermann - aber dazu ganz unten noch einige Sätze.

Ich fahre fort:
Dazu kommt noch das Gläserproblem. Sobald mehr als hundert  Leute in unserem kleinen Lädchen gastieren, sind als erstes die Weizengläser schon lange vorher ausgegangen. Und dann alle anderen. Die Kunden sehen sich manchmal genötigt, für uns bzw. sich Gläser zu sammeln, damit sie etwas zu trinken bekommen können, da wir entweder keine Zeit haben oder keine Zeit haben. Weil wir wahrscheinlich sowieso personell unterbesetzt sind.

Und dann die Toiletten... Nur eine Damentoilette - das ist zu wenig, das sehe ich genau so. Dann das Waschbecken in der Herrentoilette, in dem sich immer das Wasser staut. Und bei hoher Frequentierung gibt es obendrein auch noch immer wieder kleine bis mittlere Überschwemmungen. Und im Winter ist es so scheiße kalt da unten.
Das ist alles sehr wahr. Mit der Renovierung können wir da leider auch nicht viel mehr als kosmetische Verbesserungen vornehmen. Um das ziemlich marode komplette Rohrsystem in diesem Haus zu erneuern, bräuchte es an die 20 000 Euro, die niemand hat. Da müssen wir also wohl oder übel erst mal weiter mit den Gegebenheiten leben.

Was fehlt noch? Ja, die Belüftung. Das Rover ist ein düsterer, schummriger, rauchiger Schlauch - so sagen die einen. Andere sagen: Ambiente! Romantisches Kerzenlicht! Gemütlich! Man sieht in diesem Licht viel jünger aus! Jazz Club-Atmosphäre! - oder - Blues Original!
Man kann es da wohl nicht allen gleichzeitig recht machen.
Nur so viel: wenn es voll ist, ist die Luft heiß und stickig, kein Zweifel - und das ist nicht gut.
Beheben können wir das im Rahmen unseres Umbaus ebenso wenig wie das Problem mit dem Rohrsystem. Trotzdem verspreche ich Euch, dass der Umbau dafür sorgen wird, dass man mit wenigen eventuellen Ausnahmezuständen wesentlich freier wird atmen können. Und nicht zuletzt sogar SEHEN. ;)

Wer alles bisher Aufgezählte als unwesentliche Nebensächlichkeiten oder gar als liebenswerten, besonderen Charme empfindet, der wird sich bei uns in allen anderen Belangen sehr gut aufgehoben fühlen und eine schöne, vielleicht einzigartige Szene aus Musikern und Musikliebhabern vorfinden, in der das freundschaftlich-vertrauensvolle Miteinander über allem anderen steht. Und der kann sich nun wohlgemut dem 'Bedeutungslos' widmen und dort lesen, was es noch alles für tolle Gründe DAFÜR gibt, ins Rover zu kommen.

Wer nicht mit unseren Makeln leben kann, ohne den müssen und können wir leben. Die Gegebenheiten des Rovers sind die Gegebenheiten des Rovers nicht aus Gleichgültigkeit den Bedürfnissen des Kunden gegenüber, nicht aus Faulheit; und die einstweilige Arroganz (oder eher Kühle), mit der wir auf diesbezügliche Beschwerden reagieren mochten und mögen, liegt in unseren anders gearteten Prioritäten begründet, augrund welcher wir uns manche Luxusmängel leisten müssen und unserer Meinung nach auch dürfen - nämlich, um den Musikern/Bands und ihren zahlenden Gästen Bedingungen anzubieten, die DIESE sich leisten können. Und das immerhin funktioniert ganz ausgezeichnet im Rover und wird uns auch aufs Herzlichste gedankt.