Being the RoverDie KoordinatenWas zum Kuckuck...Piece of cakeHelden wie sieFoto-Logbuch Teil IFoto-Logbuch Teil II
The Rover
Unternehmen Fitzcarraldo
Was zum Kuckuck...

 ...hat der Name 'Fitzcarraldo' zu bedeuten?


"...it's the only way that we can go..."


Wir haben uns für den Namen Fitzcarraldo als Arbeitstitel des Umbaus und ferner als dauerhaften Untertitel des Rover entschieden, weil es für uns mit unserem bescheuerten, aber auch irgendwie liebenswerten Hang zur Selbstironie wie auch zur romantischen Verklärung keinen besseren geben kann. Finden jedenfalls wir. Damit Ihr das auch einseht, nun dazu einige Erläuterungen.

Fitzcarraldo ist der Titel eines Films, in dem - knapp zusammengefasst - ein irischstämmiger Visionär  unbeirrbar den (scheinbar?) utopischen Plan umzusetzen versucht, ein großes Schiff mit nichts als der körperlichen Kraft einiger Menschen über einen Berg zwischen zwei Flüssen zu ziehen.

Diese Information dürfte vielen Leuten, die das Rover im Kern begreifen, schon genügen. Auf dass der Groschen falle. :)


"...this journey isn't over..."


Auch wird etlichen von Euch Rovergängern die ebenfalls an die einfach beeindruckende Metapher des Films angelehnte gleichnamige Platte der Frames mit einem ebenfalls gleichnamigen Song darauf mehr als bekannt sein. Genießen die Frames doch schließlich bei uns den unschlagbaren Airplay-Rekord. Jener Song hat natürlich auch nicht unerheblich bei der Namensgebung Ausschlag gegeben, und zwar im wörtlichen Sinne, Amp auf 11.  ;)


Maßlos wie ich bin nötige ich Euch noch ein bisschen mehr Info zu diesem Film auf, wenn auch vieles davon nichts mehr mit uns zu tun hat - Ihr könnt es also getrost auch überlesen, ich werds ja gar nicht merken:


Die Hauptfigur, Mr Fitzgerald, lebt in einem schlammigen, vorsintflutlichen Indio-Dorf mitten im Dschungel. Für diese Indios, die ihn mangels Englischkenntissen Fitzcarraldo nennen, ist er ein fremdartiges Wesen, manche halten ihn gar für eine Art Gott (ok, an dieser Stelle wird die Vorstellung, das auf Rory übertragen zu wollen, wahrhaft  himmelschreiend komisch), während die anderen Weißen, die in diesem Dorf leben, ihn schlechthin für einen Wahnsinnigen halten. Fitzcarraldo setzt seinen unglaublichen Plan allen Warnungen und Totsagungen zum Trotz durch - er hat die Vision, ein bis dahin als unerreichbar geltendes Kautschukgebiet zu erschließen, mit dessen Erlös er in diesem 'kulturverwahrlosten Dorf' eine Oper bauen will, sein größter Traum (bitte diesen letzten Satz wert- und assoziationsfrei lesen ;)).

Sein Projekt, das Schiff von Menschenhand über den Berg ziehen zu lassen und so zu dem Gebiet zu gelangen, scheitert - wie von allen außer ihm selbst erwartet. Es scheitert jedoch nicht, wie von ihnen erwartet, an dem Berg selbst, sondern erst im weiteren Verlauf und auch eher nur unglücklich.

Am Ende steht er zwar einerseits als Verlierer da, in einem anderen Licht betrachtet hat er aber dennoch gewonnen, und das nicht nur an Einsicht.

Es gibt hierzu dringend noch einschränkend zu sagen, dass Mr Fitzcarraldo in seinem Vorhaben nicht davor zurückschreckt, die Naivität von Menschen zu seinen Zwecken auszunutzen, die ihm angesichts der realen Sachlage niemals freiwillig geholfen hätten. Und gerechterweise scheitert sein Projekt letzten Endes auch genau daran.

Solcherlei Machenschaften weisen wir natürlich weit von uns, sowas tut man nicht, das ist böse. Pfui.

Ganz davon abgesehen haben wir ohnehin eine ungleich bessere Ausgangslage. Erst einmal ermangelt es uns an zügelloser Großartigkeitsvision (falls du das je liest, Gabor: danke für den tollen Begriff  :)).
Die brauchen wir auch gar nicht.


"...but I'm not going down here..."


Stattdessen haben wir nämlich das sprichwörtliche und sagenumwobene sogenannte 'Glück', auf die zahlreichen großzügigen Hilfsangebote von Leuten zählen zu können, die unser Projekt mittragen, weil sie genau das lieben, was wir lieben, weil sie sich mitverantwortlich fühlen, uns in Rand und Band zur Seite stehen; die wie selbstverständlich Zeit und  Energie für diese Aktion reservieren - edle, beherzte Sama-Ritter, wie sie im Märchen stehen, die uns also nicht im Regen stehen lassen, in dem wir sonst bis zum St Nimmerleinstag versauern würden. Und das nicht nur aufgrund der Umweltverschmutzung, die den Regen sauer macht, sondern hauptsächlich weil ohne das nötige Geld, so dass wir für immer von einem solchen Umbau-Unternehmen nur träumen könnten, packten nicht alle mit an.

Durch diesen Rückhalt passiert da empfundenermaßen - ich spreche schließlich von uns als Romantikern - etwas viel Größeres als ein bloßer Umbau. Ein wunderschönes Gefühl. Wie fliegen. Nur etwas anstrengender.

Da darf man sich doch einstweilen auch mal eine Portion Sentimentalität genehmigen. Und sogar einen Hauch Trotzigkeit?  Bitte...


"...Well, see you down in history..."


Nicht ganz ernst, aber ehrlich. Wenn man all seine Energie in einen Laden steckt, der regelmäßig jedes Jahr aufs Neue mehrfach totgesagt wird, und dies nicht einmal ganz unberechtigt, braucht man sehr viel Idealismus und sehr viel Überzeugung. Und sehr gute Freunde. Das Rover wurde nie von Geld zusammengehalten und wird es auch nie sein. Was das Rover zusammenhält und immer wieder alle Kluften überbrückt hat, ist die Stabilität der enthusiasmus-verschweißten Nähte einer gar nicht mal  kleinen Anzahl von Musikern und Stammkunden, die nicht totgesagt haben und vor allem die Totsagungen anderer einfach nicht akzeptiert haben, und die solch düstere Prognosen dadurch schlussendlich immer wieder Lügen straften, dass sie sich ihnen heroisch mit ihrer Gitarre oder ihren sonstigen jeweilig zur Verfügung stehenden Waffen in den Weg gestellt haben.

Es ist eine interessante Frage, wie häufig das Aufgeben, Totsagen von etwas überhaupt erst das eigentliche Todesurteil ist.
Wir haben die ganz schlimmen Zeiten überwunden, Totgesagte leben länger.
Die Totgesagten bauen sogar um. Und das, obwohl die finanzielle Gesamtlage nicht  wesentlich besser ist, als wir es gewöhnt sind, sondern wieder einmal schlicht deswegen, weil wir nicht allein sind.

Was für ein großer, bescheidener Triumph für uns romantisch verklärte, weltfremde Weltverbesserer: es gibt sie, diese Beschreibung, die jeder brutalen Marktwirtschaft und jedem Kapitalismus spottet.  :)

Egal, was irgendwann passiert: wir sind unendlich stolz und glücklich, Euch großartigste und liebenswerteste Menschen Aachens und sonstwoher um uns zu wissen.

Aber zurück auf den virtuellen Wandteppich der Tatsachen.

Wer der Hymnen noch nicht überdrüssig ist - also zum Beispiel die Mitwirkenden selbst - könnte sich nun gerührt zum Anklicken des passenden Links 'Helden wie sie'  hinreissen lassen, oder schon mal damit beginnen, sich selbst zu verklären - mit einer Büste seiner selbst, einer Pyramide aus Goldpapier o.ä. .



















Was zum Kuckuck...